Kirchen in der kommunistischen Diktatur nach der Diktatur
Aufarbeitung und Historiographie
Internationale Tagung in Halle (Saale)
Plakat Tagung KG 06.-09.10.2026
Kontakt
Veranstalter: Prof. Dr. Friedemann Stengel, Lehrstuhl für Neuere Kirchengeschichte in Zusammenarbeit mit Kirchliche Zeitgeschichte (Internationale Zeitschrift für Theologie und Geschichtswissenschaft (KZG/CCH)
Franckeplatz 1, Haus 30,
06110 Halle (Saale)
Telefon: 0345/55 230 02
silvia.markus@theologie.uni-halle.de
Datum: 06.10.2026 – 09.10.2026
Findet statt: in Präsenz (digitale Teilnahme möglich)
Anmeldung bis: 30.09.2026 (per Mail)
Gefördert durch: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Link KZG: http://www.kirchliche-zeitgeschichte.de/
Postanschrift:
Theologische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
06099 Halle (Saale)
Tagungsprogramm
Veranstaltungsankündigung
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der kommunistischen Diktaturen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa ist die Geschichte von Kirchen und Religionsgemeinschaften unter kommunistischer Herrschaft keineswegs abgeschlossen. Sie ist erforscht, erinnert und dokumentiert – und bleibt doch umkämpft. Denn zur Geschichte der Kirchen in der Diktatur gehört untrennbar auch die Geschichte ihrer Deutung nach der Diktatur. Die internationale Tagung „Kirchen in der kommunistischen Diktatur nach der Diktatur. Aufarbeitung und Historiographie“ richtet den Blick deshalb nicht in erster Linie auf die Zeit vor 1989/90.
Im Zentrum stehen die Kämpfe um die Erinnerungspolitik,
die Dynamiken der Aufarbeitung und die Entstehung historiographischer Narrative
seit den 1990er Jahren: Wie erzählten Kirchen und Religionsgemeinschaften ihre eigene Vergangenheit zwischen Verfolgung und Anpassung, zwischen Opposition und Kollaboration? Welche Interessen, Konflikte und Identitätsentwürfe prägten
diese Erzählungen? Welcher wechselseitige Einfluss bestand zwischen diesen Erzählungen und der politischen Situation nach den Umbrüchen?
In 22 Beiträgen untersuchen Expertinnen und Experten die vielfältigen Wege, auf denen kirchliche Zeitgeschichte in 12 Ländern Mittel-, Ost und Südosteuropas erinnert, konstruiert, politisch gerahmt und interpretiert wurde.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Umbruchsjahren nach 1989 / 90: den Erwartungen und Enttäuschungen der Transformation, dem Verhältnis
kirchlicher Aufarbeitung zu demokratischen Institutionen, der Rolle öffentlicher Kontroversen in Politik und Gesellschaft, den Prozessen zwischen Re- und Dekonfessionalisierung.
Die Tagung thematisiert die unterschiedlichen konfessionellen, nationalen und regionalen Konstellationen. Sie fragt nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Erinnerungspolitik, nach den Folgen von Mehrheits- und Minderheitsverhältnissen sowie nach den effektiven Verflechtungen von Religion, Nation und Sprache.




