Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Matisse, Henri, Collage und Objektkunst von Kubismus bis heute, von Diane Waldman, 1993, S. 195, Abb. 264

Weiteres

Login für Redakteure

Praktische Theologie in Halle

Lehrstuhl von Prof. Dr. Steinmeier

"Die Geschichte Gottes unter uns ist noch nicht zu Ende erzählt." (Steinmeier, Anne M.: Schöpfungsräume, 16). Bei dieser Erfahrung setzt Praktische Theologie an. Sie ist ein Fach eigener theologischer Reflexion im Kontext von Religion und Gesellschaft. "Praktisch" meint damit mehr und anderes als pragmatische Handlungsanweisungen. Praktische Theologie hat die Praxis selbst zum Gegenstand wissenschaftlichen Arbeitens und theologischer Reflexion. Dabei arbeitet sie grundsätzlich interdisziplinär. Formal gliedert sie sich in die Bereiche Religionspädagogik (dazu siehe unten) und Praktische Theologie im engeren Sinne mit den Teildisziplinen Homiletik, Poimenik, Liturgik und Kybernetik. Ein besonderer Schwerpunkt in Halle liegt auf der Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen wie dem Seelsorgeseminar der Kirchenprovinz Sachsen, dem Akademischen Lehrkrankenhaus der Universität St. Elisabeth und St. Barbara sowie dem kulturellen Zentrum der Stadt, der Kulturinsel des neuen theaters. Die Veranstaltungen der Praktischen Theologie können von Studierenden aller Studienrichtungen wahrgenommen werden.


Ständige Lehrangebote

Homiletisches Pro- und Hauptseminar, Poimenisches Pro- und Hauptseminar, Vorlesungen in den genannten Schwerpunktgebieten und Einführung in die Praktische Theologie, Praktisch-theologisches Repetitorium, Gemeindepraktikum, Poimenische Übungen


Spezielle Lehrangebote

Jedes Semester eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung mit Kolleginnen/Kollegen anderer Fachbereiche (z.B. Germanistik, Jura, Pädagogik), Pastoraltheologische Seminare, Bibliodrama-Übungen, Krankenhausseelsorge (in Zusammenarbeit mit einer Krankenhausseelsorgerin), Möglichkeit zum Orgelspiel (in Kooperation mit der Kirchenmusikhochschule Halle).

Hauptseminar Tanz und Spiritualität 2013

Im Juli 2013: Das Hauptseminar Tanz und Spiritualität unter Leitung von Prof. Dr. Anne Steinmeier und Pfarrer Volker Lang, Bewegungs- und Tanztherapeut, Supervisor (DGfP), Balintgruppenleiter

Im Juli 2013: Das Hauptseminar Tanz und Spiritualität unter Leitung von Prof. Dr. Anne Steinmeier und Pfarrer Volker Lang, Bewegungs- und Tanztherapeut, Supervisor (DGfP), Balintgruppenleiter

Im Juli 2013: Das Hauptseminar Tanz und Spiritualität unter Leitung von Prof. Dr. Anne Steinmeier und Pfarrer Volker Lang, Bewegungs- und Tanztherapeut, Supervisor (DGfP), Balintgruppenleiter

Tänze sind eine Jahrtausende alte Ausdrucksform der Menschen. In ihrer religiös-kulturellen Vielfalt repräsentieren sie eine spezifische Form des „Wissens“ vom Menschen. Ein Wissen am Schauplatz des Körpers, unaustauschbar und unersetzbar, ein Wissen, das in einem unbedingten Sinne individuell ist und das zugleich auf unterschiedlichen religiös-kulturellen Voraussetzungen basiert und sozial kodiert ist.

In ihrem symbolischen Reichtum sinnenhafter und bewegter Gesten überlagern sich unsere Modi der Erfahrung von Körper-Sein und Körper-Haben, deuten Tänze unsere Selbst- und Weltverhältnisse, antworten sie auf individuelle und kollektive Bilder und haben teil an ihrer Um- und Neugestaltung. Tänze sind eine geteilte Geste in der „Aura des Sinns“ (Paul Ricœur).

Diese „wortlose, aber beredte“ Sprache des Körpers (Ursel Burek) zeigt, es leben uns immer auch fremde oder fremd gewordene Geschichten, es bewegt uns Verlorenes, und es leben uns auch immer noch „große Erzählungen“. In mimetischen Prozessen, in Wahrnehmungen auch fremder Figurationen und Tanzbewegungen können sich Räume und dynamische Zeiten eröffnen, innovative Erfahrungen entstehen und kann Verlorenes wieder gefunden werden.

In Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen und künstlerischen Wahrnehmungen und zugleich in Erfahrungsprozessen von Tänzen verschiedener Kulturen sucht das Hauptseminar Annäherungen an die religionskulturelle Bedeutung des Tanzes, nicht zuletzt im Hinblick auf eine Liturgie, die eine positionelle Religion einbezieht und diese zugleich zu übergreifen vermag. (Anne Steinmeier, Volker Lang)

Zum Seitenanfang